Der Kopf, der Ideen zum Drehen bringt


STÖBER präsentiert aktuell mit der neuen Generation an Servo-Planetengetrieben Antriebe, die in ihrem Leistungsbereich und ihrer enormen Kombinations- und Optionsvielfalt die kompaktesten auf dem Markt sind. Eine weitere Besonderheit: Jede Motorbaureihe lässt sich in jeder verfügbaren Baugröße direkt anbauen. Doch wer steckt eigentlich hinter der Entwicklung dieser zukunftsweisenden Generation? Einer der führenden Köpfe ist Artur Wagner, Bereichsleiter Entwicklung Getriebe und Motoren bei dem Pforzheimer Antriebsspezialisten.

Auf der SPS smart production solutions 2019 in Nürnberg hat STÖBER das erste Mal die neue Generation an Servo-Planetengetriebemotoren einem sehr interessierten Fachpublikum präsentiert. „Diese Antriebslösungen sind in ihrer Vielseitigkeit die kompaktesten auf dem Markt. Damit profitiert der Anwender von kleinerem Bauraum, geringerem Gewicht, einem großen Drehmoment und daraus resultierend von einer um bis zu 65 Prozent gesteigerten Leistungsdichte“, erklärt Artur Wagner. Der Entwicklungsleiter war maßgeblich am Entstehen dieser neuen Baureihen beteiligt. „Weil der Motoradapter entfällt, besitzt der Getriebemotor ein geringeres Massenträgheitsmoment. Damit lässt sich auch die volle Dynamik des Antriebs nutzen – das ist ein echter Kundenvorteil“, beschreibt er.

Artur Wagner ist nun schon seit 27 Jahren bei STÖBER beschäftigt. Der studierte Maschinenbauer begann seine Karriere bei dem Pforzheimer Antriebsspezialisten als Berechnungsingenieur in der Abteilung Konstruktion und Entwicklung. „Nachdem ich einen Produktkonfigurator erfolgreich einführen konnte, widmete ich mich der Konstruktion und Entwicklung der Getriebe“, berichtet er. Heute ist er zuständig für die Konstruktion, die Entwicklung und damit verbunden auch die technische Datenverarbeitung. Er zeichnet sich verantwortlich für den Ablauf und die Organisation der oft ganz unterschiedlichen Projekte, was seinen Arbeitsalltag abwechslungsreich und spannend gestaltet, wie er sagt. „Was meine Hauptthemen sind?“, wiederholt Wagner und antwortet. „Ich erarbeite in unterschiedlichen Teams neue zukunftsweisende Ideen aus und fördere die konsequente Weiterentwicklung unseres sehr breitgefächerten Produktportfolios.“

Spagat geschafft
Gab es Schwierigkeiten oder Herausforderungen bei der Entwicklung der neuen Generation? Wagner überlegt kurz. „Im Vergleich zur Vorgängerversion wollten wir die Performance verbessern und sie eben deutlich kompakter bauen. Dabei sollten aber unter keinen Umständen die Kosten steigen.“ Diesen Spagat konnte er mit seinem Team mithilfe neuer Fertigungstechnologien meistern. Dann gab es noch eine weitere Herausforderung: „Wir wollten generell die Anzahl unserer Baukastenteile reduzieren“, sagt er. Gelungen sei ihm dies durch ein konsequentes Variantenmanagement und einheitliche Schnittstellen.

Als Artur Wagner bei STÖBER eingestiegen ist, fand er nicht nur sehr schnell seine berufliche Heimat, sondern auch einen Förderer: Friedrich Müller, der für den jungen Kollegen damals so etwas wie ein Mentor war. Friedrich Müller brachte die zweite Generation der Servo-Getriebemotoren auf den Weg. An der Entwicklung maßgeblich beteiligt: Artur Wagner. „Wir waren mit diesen Baureihen der erste Hersteller auf dem Markt, der Planetengetriebe mit einer geräuschoptimierten Schrägverzahnung anbot“, sagt er nicht ohne Stolz. Doch das ist nun schon 15 Jahre her. Es war Zeit für die nächste Generation.

Einzigartig in der Kompaktheit
Ganz oben auf der Anforderungsliste: Kompaktheit und Performance kombiniert mit einem neuen Design – und das hat Wagner mit seinem Team geschafft. Die neue Generation ermöglicht es dem Anwender, seine Anlage noch kompakter zu bauen und gleichzeitig die Performance zu steigern. Aus der enormen Variantenvielfalt haben Konstrukteure bei der Auslegung alle Möglichkeiten, um die exakt passende Antriebslösung für jeden Anwendungsfall zusammenzustellen. Ein kleinerer Motor, um den Wirkungsgrad zu optimieren? Dazu passt vielleicht auch ein kleinerer Antriebsregler – was zusätzlich die Kosten senkt.

„Dazu kommt das erweiterte elektronische Typenschild, das die Inbetriebnahme per Plug-and-Play an die zugehörige Antriebsregler enorm vereinfacht“, beschreibt Artur Wagner. „Die Getriebemotoren werden somit eindeutig identifiziert. Eine aufwändige, fehleranfällige Parametrierung entfällt, wodurch die Systemkonfiguration insgesamt deutlich verkürzt wird.“

Wird es irgendwann eine vierte Generation an Servo-Planetengetrieben geben? „Wir sind offen für alles“, antwortet Wagner. Und genau das schätzt er auch an seinem Arbeitgeber. „Wir sind ein Familienunternehmen, der Weg zu den Gesellschaftern ist kurz. Jeder Mitarbeiter bekommt, wenn er möchte, sehr schnell sehr viel Eigenverantwortung.“ STÖBER entwickelt und produziert seit mehr als 70 Jahren Getriebe. Was den Antriebsspezialisten auszeichne: beständige innovative Weiterentwicklung und Investitionen in High-Tech-Produktionstechnologien. Daraus ergeben sich interessante und abwechslungsreiche Tätigkeiten mit immer neuen Herausforderungen. Dazu kommt auch die angenehme bereichsübergreifende Zusammenarbeit mit den Kollegen, die Artur Wagner sehr schätzt. Und genau dieser Spirit ist mitentscheidend für erfolgreiche Entwicklungsprojekte wie die neue Getriebemotorengeneration. Damit ist STÖBER im technologischen Spitzenfeld vertreten.