Komplexe Vielfalt einfach beherrschen


Maschinenbauer und Konstrukteure stehen permanent unter Zeitdruck. Besonders zeitraubend ist die Zusammenstellung von passgenauen Antriebslösungen – vor allem, wenn sie dazu die umfangreichen herstellerspezifischen Unterlagen zusammensuchen und abgleichen müssen. STÖBER Antriebstechnik hat diesen Zeitfresser analysiert und präsentierte auf der Hannover Messe mit dem neuen STÖBER Produkt-Konfigurator eine Lösung. Modern gestaltet und mit einfacher Navigation kann der Bediener sich intuitiv in dem Online-Tool bewegen und seine individuelle Lösung schnell mit wenigen Klicks in Echtzeit gestalten. Dazu stehen ihm zahlreiche Filter und Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung. Anschließend kann der Anwender für die ausgewählten Produkte die 2D-Zeichnungen, 3D-Modelle oder das Datenblatt herunterladen und direkt ein Angebot anfordern. Die fertige Auswahl lässt sich aber auch zur späteren Verwendung speichern und mit anderen teilen.

Überhaupt liegt bei STÖBER der Schwerpunkt auf noch umfassenderer Unterstützung der Kunden durch digitale Services. Um zum Beispiel die Bestellung von Ersatzteilen zu erleichtern, stattet der Antriebsspezialist alle Komponenten mit Typenschildern aus, die einen QR-Code enthalten. Der Anwender kann diesen mit seinem Smartphone oder Tablet scannen und erhält sofort alle wichtigen Informationen über die entsprechende Baugruppe, wie Betriebs- und Montageanleitungen, Ersatzteillisten oder Hinweise zu technischen Merkmalen. Damit sind Verwechslungen bei Ersatzteilen, die meist erst beim Einbau bemerkt werden, praktisch ausgeschlossen. Auch können Servicetechniker die Informationen abrufen, ohne den Maschinenhersteller involvieren zu müssen. Und durch den schnellen und direkten Zugriff auf alle Daten, lässt sich der Ablageaufwand deutlich reduzieren.

Seine Automationsstärke zeigte der Antriebsspezialist auf dem Messestand anhand eines individuellen Scara-Roboters, dessen Achsen zentral über den STÖBER Motion Controller MC6 mittels EtherCat angesteuert werden. Die eigenständige Antriebs- und Motion-Control-Architektur kann komplexe Mechaniken sicher und leistungsstark handhaben.

In Sachen Sicherheitstechnik arbeitet STÖBER seit vielen Jahren äußerst erfolgreich mit der Pilz GmbH & Co. KG zusammen. Um das flexible sicherheitsgerichtete Absichern von Maschinen zu demonstrieren, zeigte der Antriebsspezialist in Hannover ein Modell mit Spindel- und gekoppeltem Hohlwellenmotor, das mit Lichtschutzgitter und Laserscanner ausgerüstet ist. Kommt der Bediener in den vor der Maschine ausgewiesenen Gefahrenbereich, wird die Geschwindigkeit der Achsen reduziert und sicher überwacht (Safely limited speed; SLS). Greift der Bediener in den über Lichtgitter gesicherten Achsbereich, fahren die Antriebe geregelt herunter und werden auf sicheren Stillstand überwacht (Safe Stop 2; SS2). Bewegt sich eine der Antriebsachsen bei aktiver Stillstandüberwachung (Safe operating stopp; SOS) wird antriebsintern die Stoppfunktion „Safe Stop 1“ (SS1) aktiviert. Der Antrieb fährt unmittelbar geregelt herunter und unterbricht anschließend die Energiezufuhr zum Motor (Safe torque off; STO). Dabei erreichen alle verwendeten Sicherheitsfunktionen unabhängig von den verwendeten Motorencodersystemen SIL 3/ PL e/ Kategorie 4.

Besucher konnten sich auf dem Messestand zudem über den sensorlosen LeanMotor informieren. Diese Neuentwicklung ist bei gleicher Leistung deutlich leichter und kleiner als ein Asynchron- und günstiger und robuster als ein Servoantrieb. Mit einem Wirkungsgrad bis zu 96 Prozent entspricht der STÖBER LeanMotor der Effizienzklasse IE5. Konstrukteure bauen damit Maschinen kompakter und zukunftssicherer, Anwender profitieren vom geringeren Energiebedarf und der langen Lebensdauer. Zum Einsatz kommt die neue Motorklasse zum Beispiel für dynamische Automatisierungsaufgaben in rauen Produktionsumgebungen – ein spannendes Beispiel präsentierte STÖBER auf dem Messestand.