STÖBER ergänzt Antriebsregler SD6 um das leistungsstarke Sicherheitsmodul SE6


Auf Nummer sicher

Mit dem SD6 hat STÖBER Antriebstechnik einen flexiblen Stand-Alone-Antriebsregler im Programm, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet. Die hochdynamische Baureihe reagiert dank 32-Bit-Dual-Core-Prozessor sehr schnell auf Sollwertänderungen und Lastsprünge. Neu ist das Sicherheitsmodul SE6. Damit stehen dem Antriebsregler SD6 neben der Sicherheitsfunktion Safe Torque Off (STO) auch weitere antriebsbasierte Sicherheitsfunktionen aus der EN 61800-5-2 auf höchstem Sicherheitsniveau zur Verfügung – unter anderem umfangreiche Stopp- und Überwachungsfunktionen. Dazu kommen eine sehr schnelle Worst-Case-Reaktionszeit und flexible, herstellerneutrale Schnittstellen. Mit dem integrierten Bremsenmanagement von bis zu zwei Bremsen erfüllt der SD6 praxisgerecht die Anforderungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) an schwerkraftbelastete Vertikalachsen.

Pforzheim, 12.10.2018 – STÖBER bietet mit der 6. Generation leistungsstarke Stand-Alone- sowie Anreih-Antriebsregler für hocheffiziente Multiachs-Anwendungen. Der flexible SD6 ist Teil dieser Familie. Zum Einsatz kommt der Einzelachsregler mit einem Ausgangsnennstrom bis 85 Ampere vorwiegend in antriebsbasierenden Applikationen mit dezentraler Bewegungssteuerung.

SD6 regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept und sein umfangreiches Zubehör ist er passgenau konfigurierbar und kann so auch ganz spezielle Antriebsaufgaben lösen. Für die Anbindung an eine überlagerte Steuerung stehen Kommunikationsmodule für CANopen, EtherCAT oder PROFINET zur Wahl.

Neu im Produktportfolio ist das Sicherheitsmodul SE6, mit dem sich der Antriebsregler SD6 optional ausstatten lässt. Damit eignet er sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) nach DIN 61800-5-2 oder DIN EN ISO 13849-1. Die geringe Worst-Case-Reaktionszeit von unter zehn Millisekunden ermöglicht ein schnelles Abschalten und erlaubt dadurch dem Konstrukteur eine Minimierung der Sicherheitsabstände.

Eines der Produkt-Highlights ist das sichere Bremsenmanagement, das aus sicherer Bremsenansteuerung (SBC) und sicherem Bremsentest mit Testzyklusüberwachung (SBT) besteht. „Unser Antriebsregler wird damit den Anforderungen der DGUV gerecht, die sie im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005/2012 an schwerkraftbelastete Vertikalachsen stellt“, erläutert Markus Frei, Product Manager Drive Controller Accessories bei STÖBER. „Die Fachpublikation der DGUV bildet die Basis für den Normentwurf DIN EN ISO 16090-1:2016-02, in der erstmalig normativ das Thema Absichern von Vertikalachsen beschrieben wird.“

SE6 ermöglicht zusätzlich zu den Stoppfunktionen Safe torque off (STO), Safe stop 1 (SS1) und Safe stop 2 (SS2) auch Funktionen zur sicheren Bewegungsüberwachung. Die Funktionen Safely-limited speed (SLS) und Safe speed range (SSR) wachen darüber, dass der Antrieb die projektierten Geschwindigkeitsgrenzwerte nicht überschreitet. Safe direction (SDI) überwacht die projektierte Bewegungsrichtung, Safely-limited increment (SLI) begrenzt zuverlässig das Schrittmaß. Safe operating stop (SOS) überwacht den aktiven Stillstand. Das Thema Praxistauglichkeit stand bei der gemeinsamen Entwicklung mit der Firma Pilz GmbH & Co. KG im Vordergrund. So können alle Sicherheitsfunktionen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) eingesetzt werden.

SE6 bietet dem Anwender die Möglichkeit, im Fall einer Grenzwertüberschreitung oder bei Not-Halt variabel reagieren zu können. „Es ist nicht immer sinnvoll, bei einer Grenzwertverletzung den Antriebsregler sofort abzuschalten und den Antrieb unkontrolliert stillzusetzen. In der Regel ist es für eine schnelle und einfache Wiederinbetriebnahme besser, den Antrieb durch die Steuerung gezielt stillzusetzen und nur dann im Antriebsregler einzugreifen, wenn dies steuerungsseitig misslingt“, erläutert Markus Frei.

Für den Betrieb von SE6 sind keine speziellen Motoren, Encoder, Kabel, Stillstands- oder Drehzahlwächter erforderlich. Der Anwender kann bestehende Antriebskonfigurationen weiterverwenden oder auf die für die Anwendung passenden Komponenten wechseln, was in der Regel mit einer Reduzierung der Systemkosten verbunden ist.

Um die Produktivität und Verfügbarkeit der Maschine weiter zu steigern, wurden die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung oder das prädiktive Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden.

Im Service-Fall muss der Anwender nur den Wechseldatenspeicher Paramodul tauschen und den Tausch bestätigen. Dadurch wird die gesamte Gerätekonfiguration auf den neuen Antriebsregler übertragen. Dafür sind keine speziellen Kenntnisse oder Software-Tools erforderlich.

SE6 mit durchgängig zweikanaliger Struktur testet die integrierten Komponenten bei jedem Geräteanlauf, nach jedem STO und während des Betriebs. Somit kann auf dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Endkunden verzichtet werden.

STÖBER auf der SPS IPC DRIVES in Halle 3A, Stand 451